14. Mai 2011
Es geht mir in diesem Buch um Glück im Arbeitsleben. Und ich behaupte: Glückliche Manager sind die besseren Manager! Und: Ein Unternehmen mit glücklichen Managern ist das erfolgreichere Unternehmen.
Welche Rolle spielen das Unternehmen, unsere Arbeit, die Kollegen, die Mitarbeiter, die Vorgesetzten, und natürlich die Lieferanten und Kunden in unserem Leben? Vergrößern sie unser Glück? Und was bewirkt unser „Glücklich sein“? Sind wir dann sogar kreativer, intensiver, gründlicher, gewissenhafter, nachhaltiger, ganz einfach erfolgreicher?
Eine Frau, knapp über 40 Jahre alt, Gruppenführerin in einer Buchhaltung sagte, als ich ihr meine Thesen vorgetragen hatte, schlicht und einfach: „Ihre These könnte stimmen. Aber warum gibt es so wenig glückliche Manager?“
Ich fand, darüber muss man nachdenken.
Das Buch „Der glückliche Manager“ ist August 2011 im Ariston Verlag erschienen.
Auf dieser Internetseite informiere ich Sie über das Glück in der Arbeitswelt. Ich formuliere Thesen, diskutiere und begründe sie. Ich kläre auf, mache Hintergründe transparent. Gebe Tipps für das tägliche Arbeitsleben.
Mein Ziel ist, dass Sie bei Ihrer Arbeit glücklich werden.
Mit den allerbesten Wünschen
Ihr Werner Schwanfelder
Wie ist diese Seite zu lesen? Es folgen Artikel zu den unterschiedlichen Glücks-Themen, chronologisch geordnet. Wollen Sie zu den Grundlagen für dieses Thema vorstossen, wählen Sie einen Beitrag unter “Die Basics”. Ich würde mich auch freuen, wenn Sie Ihre Meinung zu meinen Überlegungen kund tun
15. Mai 2012
Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 15.5.2012
Länderliste der Umweltsünder birgt Überraschungen
Diesmal sind es nicht nur die üblichen Verdächtigen. Normalerweise weisen Umweltindizes die reichen Golf-Emirate, Amerika, Australien und Kanada als größte Umweltsünder aus. Doch der Living-Planet-Report, den die Umweltgruppe WWF an diesem Dienstag weltweit veröffentlicht, listet auch Dänemark, und zwar vor den USA. Belgien, die Niederlande und Irland gehören zu den Top Ten. Die Mongolei steht auf Platz 15, Mauritius zwischen Deutschland und Italien auf Platz 31 von 149 bewerteten Ländern.
Die Messgröße, die der WWF auflistet, ist der ökologische Fußabdruck. Er wird in Hektar Fläche gemessen: für die Weiden und Felder, auf denen Nahrungs- und Futtermittel wachsen, und die Waldflächen, mit denen sich der Ausstoß an Kohlendioxid kompensieren ließe. Dabei werden Importe der Bilanz des Empfängerlandes zugerechnet. In Deutschland zum Beispiel beträgt der Fußabdruck 4,57 Hektar, das Land bietet seinen Bürgern aber nur 1,95 Hektar pro Person. Die restliche Fläche nutzen die Deutschen anderswo, ‘und zerstören dort womöglich die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung’, sagte Eberhard Brandes vom deutschen WWF-Vorstand bei der Vorstellung des Reports in Berlin.
Generell verbraucht die Weltbevölkerung schon mehr, als der Planet der Methode zufolge hergibt. Im globalen Durchschnitt beträgt der Fußabdruck 2,7Hektar, dem 1,8 Hektar Kapazität gegenüberstehen. ‘Wir bräuchten also eigentlich anderthalb Erden’, sagt Brandes, ’2030 werden es zwei und 2050 drei sein, wenn es so weitergeht.’ Der Mehrverbrauch schlägt allerdings nicht voll in die Realität durch, weil zum Beispiel das Kohlendioxid, in vielen Ländern der größte Posten, unkompensiert bleibt.
Die Rechenmethode erklärt aber, wie Dänemark und andere Länder zu ihren unerwartet hohen Listenplätzen kommen. Die Dänen haben, vielleicht weil sie viele Schweine mästen und viel Bier brauen, den mit Abstand höchsten Bedarf an Ackerflächen. Belgier, Niederländer und Iren haben in allen Kategorien hohe Werte. Katar stößt weltweit das meiste CO2 aus. Die Mongolen sind Spitzenreiter bei den Weidefläche, Mauritius beim Fischfang. Von diesen Ländern ist die Mongolei das einzige, das wenigstens in seinen Grenzen mehr Kapazität besitzt als sein ökologischer Fußabdruck ausmacht. Innerhalb der EU schaffen das nur Schweden, Finnland, Lettland und Estland.
Die zweite Messgröße im WWF-Bericht ist der Living-Planet-Index, den die Umweltgruppe seit 1970 ermittelt. Diesmal haben die Autoren die Lebensbedingungen von fast 2700 Tierarten untersucht. Sie haben sich in den gut 40 Jahren um 28 Prozent verschlechtert. Dahinter verbirgt sich eine zweigeteilte Entwicklung: Während der Index für die Lebewesen in den Tropen um 61 Prozent gesunken ist, verzeichnen Tiere in gemäßigten Zonen eine Zunahme. ‘Dort war die Umwelt schon stark zerstört, als der WWF mit seiner Arbeit begann’, erklärt Brandes das verblüffende Resultat, ‘jetzt wirken dort Schutzmaßnahmen. Die Tropen spüren die Wucht der Zerstörung.’CHRISTOPHER SCHRADER
Bericht von dpa/ Münchner Abendzeitung/Süddeutsche Zeitung vom 15.5.2012
Der wachsende Wohlstand hat die Chinesen nicht glücklicher gemacht. Nach zwei Jahrzehnten rasanten wirtschaftlichen Wachstums sind die Chinesen heute insgesamt weniger zufrieden als noch 1990.
Peking – Das zeigt eine neue amerikanische Studie, die in der jüngsten Ausgabe der “Proceedings” der Nationalen Akademie der Wissenschaft der USA (PNAS) erscheint. Zwischen ärmeren und reicheren Chinesen wächst außerdem die Kluft in der Lebenszufriedenheit, während das soziale Netz weiter aufreißt.
Eine große Mehrheit der Chinesen habe sich 1990 noch recht glücklich geäußert. 68 Prozent der damals wohlhabenden und 65 Prozent der ärmeren Bevölkerungsgruppen seien sehr zufrieden mit ihrem Leben gewesen. Seither ist aber die Lebenszufriedenheit der ärmeren Chinesen “dramatisch” um 23 Punkte auf 42 Prozent gefallen. Unter den reichen Chinesen sei sie um 3 Punkte auf 71 Prozent gestiegen.
“Es gibt keine Beweise für einen spürbaren Anstieg der Lebenszufriedenheit in China in dem Maße wie er angesichts der enormen Multiplikation des Pro-Kopf-Konsums hätte erwartet werden können”, kommentierte der Forscher Richard Easterlin von der University of Southern California seine Studie, die sich auf sechs verschiedene Erhebungen stützt. “In der Tat sind die Leute insgesamt etwas weniger glücklich.” China habe sich von einer der egalitärsten Gesellschaften der Welt zu einer mit den größten Unterschieden entwickelt.
Vom wachsenden Wohlstand “profitieren vor allem die höheren Schichten”, sagte der Professor der Volksuniversität (Renmin Daxue), Zhang Ming, der Nachrichtenagentur dpa in Peking in einer Reaktion auf die Studie. “Je größer die Kluft zwischen den Einkommen, umso unzufriedener sind die armen Leute.” Aber selbst der Mittelstand klage. “Ich bezweifle auch, dass mehr Reiche zufrieden sind, weil so viele wohlhabende Leute ins Ausland gehen”, sagte der Professor. “Sie haben auch ihre Sorgen.” Zum Beispiel seien sie unzufrieden über die gesundheitliche Versorgung in China.
Auch der Gesundheitszustand wird nach Angaben der Studie anders empfunden. So habe es 1990 geringe Unterschiede gegeben, wie reiche oder arme Chinesen ihre Gesundheit als “gut” bis “sehr gut” einstuften. Die Differenz sei von damals nur 4 auf heute 23 Prozentpunkte gestiegen. Mit der Privatisierung des Gesundheitswesens steige die Zahl derer, die sich Behandlungen nicht mehr leisten könnten oder deswegen in die Armut fielen, heißt es in der Studie.
5. Mai 2012
“Lachen ist die beste Medizin”, heißt es im Volksmund. Forscher haben tatsächlich bewiesen: Lachen macht nicht nur glücklich, es kann sogar Schmerzen lindern. Vielleicht hat man daher beschlossen, einen Weltlachtag zu feiern. Das ist der 6. Mai (der erste Sonntag im Mai).
Ich habe dazu einen sehr interessanten Artikel von der Schwäbischen Post gefunden. Er lohnt sich gelesen zu werden.
Lachend locker werden
Weltlachtag am 6. Mai: Humor wirkt sich laut Experten positiv auf das Wohlbefinden aus
Stellt euch einmal ein Arzneimittel mit folgenden Wirkungen vor: Das Immunsystem wird stimuliert, Muskeln und Stoffwechsel werden aktiviert, Schmerzen gelindert, Entspannung und Kreativität gefördert und das alles kostenlos und praktisch frei von Nebenwirkungen. Gibt’s nicht? Gibt’s doch! Ganz ohne Rezept: Lachen.
Am Sonntag ist Weltlachtag. Doch der Hintergrund ist bierernst: Denn lacht ein Kind noch 400 mal pro Tag, kann sich ein Erwachsener laut wissen.de gerade noch 15 mal lächelnd vergnügen. Und obwohl kaum einer als Zeitgenosse gelten möchte, der keinen Spaß versteht, so ist Gekicher meist ebenso ungern gesehen. Und nicht nur Körper und Seele baden den fehlenden Schmunzelfaktor aus. Auch unsere Gesellschaft hat auf vieles keine lächelnde Antwort mehr. Da ist es doch beruhigend, dass heute seinen Platz gefunden hat, was vor zehn Jahren als neu und außergewöhnlich galt: die jährlichen Lachtage, Lachyoga-Schulen und nicht zuletzt die Klinik-Clowns.
Lachen ist laut wissen.de die älteste Medizin der Menschheit und erlebt derzeit eine Renaissance. Statt Medikamente zu schlucken, setzen immer mehr Stressgeplagte auf eine neue, alternative Heil- und Entspannungsmethode. Die Rezeptur ist simpel: Lachen bis der Arzt kommt. Selbst wem das Lachen vergangen ist, der findet es vielleicht in einer der zahlreichen Lachgruppen wieder.
Dies ist die Vorschau des Artikels
Am 6. Mai feiert man den Weltlachtag – was es nicht alles gibt?
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Den vollständigen Artikel kann man hier lesen.
Dieser Text stammt von Welt-online
Autor: © Philipp Hedemann
Ich finde diese Lebensgeschichte sehr eindrücklich. Vielleicht sollte man als Manager versuchen, einfach mehr zu machen. Ob es eine Idee ist, schlecht gelaunte Manager auf diese Lach-Schule zu schicken?
Belachew Girma kann stundenlang am Stück lachen. Jetzt hat er die erste Lachschule Afrikas gegründet – ausgerechnet in Äthiopien, wo es oft nicht viel zu lachen gibt. Von Philipp Hedemann
Auf dem Boden kugelt sich ein Mann im weißen Kittel und lacht hysterisch. Seine Augen treten hervor, Schweiß und Tränen rinnen über sein erhitztes Gesicht. Er zuckt mit den Beinen, rudert mit den Armen. Ist der Mann verrückt geworden? Hat er Drogen genommen? Soll man einen Arzt rufen?
Da steht der scheinbar Irre auf, wischt sich Schweiß und Tränen aus dem Gesicht, atmet durch und sagt mit einer tiefen, ernsten Stimme: „Jetzt möchte ich, dass Ihr so lacht.“ Belachew Girma ist nicht verrückt, er ist Lachweltmeister.
Dies ist die Vorschau des Artikels
Eine irre Lebensgeschichte: Lachweltmeister Girma und seine Lachschule
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Den vollständigen Artikel kann man hier lesen.
3. April 2012
Pressemeldung der Frankfurter Rundschau
Um den Fortschritt zu messen, forscht eine Enquete-Kommission des Bundestages nach einer Alternative zum Bruttoinlandsprodukt. Einige Mitglieder stellen dabei gleich das Wachstum insgesamt in Frage.
Der junge Mann tut etwas für Wachstum. Übermüdet nach einer Nacht im Büro fährt er den neuen Mercedes an die Wand – und steigert mit der Reparatur in der Werkstatt das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Sein Schulfreund fährt umweltbewusst mit dem Fahrrad, verzichtet auf ein Auto – und drückt so das Wachstum. Der Dritte hat genug von Fast Food, kocht wieder selbst. Keine Umsätze im Imbiss – auch das schlägt in der Bilanz negativ zu Buche.
Selbstverständlich ist das BIP vollkommen ungeeignet, den Wohlstand eines Landes abzubilden. Und doch feiert sich die Regierung, wenn es zulegt. Und wenn es einmal ein Jahr stagniert oder gar schrumpft wie in der Krise 2009, bricht das große Entsetzen aus.
Mittlerweile aber hat das Unbehagen an dieser Jagd nach einem fragwürdigen Ziel die höchste politische Ebene erreicht. In Frankreich ließ Staatspräsident Nicolas Sarkozy die Ökonomie-Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und Amartya Sen nach Alternativen suchen. Und der britische Premier David Cameron kündigte kürzlich an, seine Regierung werde Zahlen über das wirkliche Wohlergehen in seinem Land sammeln.
Auch Deutschland macht mit in der internationalen Suche nach einer neuen Kennziffer. Das neue BIP, wie immer es dann heißen mag, soll besser abbilden, wie gut oder schlecht es den Menschen geht. Erst beauftragte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gemeinsam mit Sarkozy die deutschen Wirtschaftsweisen und ihre französische Kollegen mit einem Gutachten. Nun legt der Bundestag nach mit einer eigenen Enquete-Kommission. 17 Politiker aller Fraktionen wollen sich vom heutigen Montag an gemeinsam mit 17 Wissenschaftlern Gedanken machen über Nachhaltigkeit, über Wachstum ohne Umweltzerstörung und über „einen neuen Indikator“. Der Auftrag soll alle politischen Lager einbinden und liest sich entsprechend blumig.
Denn gerade weil die Zweifel am bisherigen Vorgehen so allgegenwärtig sind, gehen die Ziele sehr weit auseinander. Die einen wollen nur die statistischen Mängel beheben; ihnen geht es um ein besseres BIP, das etwa den Ressourcenverbrauch berücksichtigt. Andere legen den Fokus auf soziale Belange von der Verteilung des Wohlstandes bis zum Bildungsniveau. Einen an solchen Kriterien berechneten Index für menschliche Entwicklung veröffentlichen die Vereinten Nationen einmal im Jahr.
Sachverständige halten die Hoffnung auf den ultimativen Indikator für unrealistisch
Schließlich möchten einige gleich das Wachstum insgesamt in Frage stellen. Sie wünschen sich eine neue Wirtschaftsordnung, die aus der Abhängigkeit des Weiter, Höher, Schneller befreit und auf Erhalt statt auf Mehr setzt. Es gehe bei der Arbeit der Kommission nicht darum, mit einer neuen Zahl Umweltzerstörung besser messen zu können, meint die grüne Wirtschaftsexpertin Kerstin Andreae: „Es geht um die Frage, wie zukunftsfähig wir leben und arbeiten.“ Daher erhofft sie von der Kommission auch Anregungen für eine Umstellung der Politik, etwa einen Instrumentenkasten für ein nachhaltiges Wachstum.
All zu konkret wollen Union und FDP dagegen nicht werden. Auch der Sachverständigenrat warnte in seiner mit dem französischen Rat für Wirtschaftsanalyse erstellten Expertise vor übertriebenem Ehrgeiz in dieser Sache. Als „vollkommen unrealistisch“ bezeichneten die Wissenschaftler Hoffnungen auf den „ultimativen Indikator“. In keinem Fall sollte man „der Versuchung nachgeben, einen umfassenden Indikator für Lebensqualität oder etwas Vergleichbares zu entwickeln“.
Den Lebensstandard kennzeichnen viele Faktoren, von der Bildung bis zur Lebenserwartung. Daher fragen die Wirtschaftsweisen: Wie können solche Kennziffern gegeneinander abgewogen werden, wie die Selbstmordrate gegen die Lesefähigkeiten? Die Mahnungen gelten vor allem der Glücksforschung, die in der Wirtschaftswissenschaft boomt.
Es gilt als fraglich, was Umfragen über das persönliche Empfinden wert sind. Wenn sich Dänen oder US-Amerikaner als besonders glücklich beschreiben, kann dies viele Gründe haben – etwa auch eine Neigung, Optimismus zur Schau zu stellen. Möglich ist es laut Sachverständigenrat allenfalls, zu ermitteln, wie sich das Glück einer Person im Laufe des Lebens verändert.
Aus dieser Perspektive könnte sich die Alterung der Gesellschaft noch als Glücksfall erweisen. Denn eines zeigt die Forschung eindeutig: Anders als vielfach gedacht sind ältere Menschen nicht traurig und deprimiert, sondern im Schnitt viel glücklicher als die jungen Leute.
Süddeutsche Zeitung 02.04.2012, 11:43
Von Caroline Ischinger
Bruttonationalglück als Alternative zum Bruttoinlandsprodukt – im Königreich Bhutan steht das Recht auf Glück in der Verfassung, der Staat misst es mit mit einem dicken Fragebogen. Kann die Welt von Bhutan lernen? Die Vereinten Nationen laden an diesem Montag zu einer Glücks-Konferenz.
Wie sehr genießen Sie Ihr Leben? Es gibt nicht viele Staaten, die ihren Bürgern solche Fragen stellen. Bhutan tut es. Mit einem dicken Fragebogen misst das Himalaya-Königreich sein “Bruttonationalglück”, das seit dem Jahr 2008 als Ziel in der Verfassung verankert ist. Den Begriff hat in den siebziger Jahren der damalige König Jigme Singye Wangchuck geprägt – als Alternative zum Bruttoinlandsprodukt.
Mönche blicken aus einem Tempel im Tango Kloster, das in den Außenbezirken von Bhutans Hauptstadt Thimphu liegt. Mit Hilfe eines Fragebogens will das Land das “Bruttonationalglück” seiner Bevölkerung messen. (© REUTERS)
Nun macht das Entwicklungsland Bhutan sich auf, die Welt auf den Pfad des Glücks zu bringen. An diesem Montag lädt das Land bei den Vereinten Nationen in New York zu einem Spitzentreffen ein. Die Konferenz soll den Weg zu einer neuen Wirtschaftsordnung ebnen, in der Wohlbefinden im Fokus steht – nicht Wachstum.
Die Resonanz ist beachtlich: 600 Teilnehmer sind angekündigt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hält die Eröffnungsrede, Costa Ricas Präsidentin Laura Chinchilla gibt sich ebenso die Ehre wie Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und, per Videobotschaft, Prinz Charles. Aber was hat das Glückskonzept eines Himalaya-Staates mit weniger als einer Million Einwohnern der Welt zu bieten?
Welche Rolle spielt Glück in der europäischen Politik?
Das Bruttoinlandsglück des buddhistischen Landes umfasst neun Domänen, neben Gesundheit und Lebensstandard spielen auch spirituelle Bedürfnisse und die Verwendung von Zeit eine Rolle. Man könne das Konzept nicht zur Gänze nach Europa übertragen, sagt Christian Kroll, Mitglied eines britischen Expertengremiums zur Messung des nationalen Wohlstands. Doch auch Europäer, meint er, sollten systematischer fragen, welche Rolle das Glück der Bürger für die praktische Politik spielen könne.
“Entscheidend ist, dass Bhutan die Priorisierung des Bruttoinlandsprodukts in Frage stellt”, sagt Johannes Hirata, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Osnabrück, der zur UN-Konferenz reist. Das BIP, da sind sich viele Ökonomen und Politiker einig, reicht nicht mehr aus als Gradmesser für Lebensqualität. Immer mehr Länder haben sich auf die Suche nach neuen Maßstäben gemacht. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy beauftragte zwei Nobelpreisträger, in Großbritannien entstand eine Initiative zur Vermessung des Wohlstands, im Bundestag befasst sich eine Enquete-Kommission mit dem Thema.
Bhutan will neues Wirtschaftsmodell präsentieren
Alternative Indizes gibt es schon. Die Vereinten Nationen haben den Human Development Index, die OECD verwendet den Better Life Index, aus Ökologen-Sicht bietet sich der Happy Planet Index an. Seit Jahrzehnten diskutiert die Welt über die “Grenzen des Wachstums” – umso erstaunlicher, dass es der Initiative Bhutans bedarf, um eine globale Bewegung anzuzetteln, die stärker auf Nachhaltigkeit und Wohlbefinden setzen soll. Beim Weltgipfel Rio +20 im Juni will Bhutan ein neues Wirtschaftsmodell präsentieren.
Ganz neu ist das Streben nach Glück als politische Maxime allerdings nicht, schon die US-Unabhängigkeitserklärung nannte es ein unveräußerliches Recht. Eine Weltformel des Glücks werde bei den Vereinten Nationen nicht aufgestellt, sagt Forscher Kroll. Es sei “eine Veranstaltung, die eine politische Bewegung generieren soll”. Wirtschaftsethiker Hirata will dafür werben, dass ein Bekenntnis zu demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien nicht fehlt – vor dem Hintergrund mancher Befürchtungen, Staaten könnten das Glück ihren Bürgern verordnen wollen. Das Treffen könne ein Schritt hin zu Veränderungen sein, sagt Hirata: “Damit wäre ich schon ganz zufrieden.”
Link zum Pressetext: PRESS CONFERENCE BY Prime minister of bhutan
Pressemitteilung von GALLUP
Jeder vierte Beschäftigte hat innerlich gekündigt -Führungskräfte in der Pflicht: Gehalt und Aufgabe sind nichtmaßgeblich für die emotionale Mitarbeiterbindung.
Beratungsunternehmen Gallup veröffentlicht Engagement Index 2011
Berlin, 20. März 2012
Auch im Jahr 2011 ist es Führungskräften in Deutschland nicht gelungen, ihre Mitarbeiter mitzunehmen: 23 Prozent der Beschäftigten haben innerlich bereits gekündigt. 63 Prozent der Arbeitnehmer machen Dienst nach Vorschrift und spulen lediglich das Pflichtprogramm ab. Einzig 14 Prozent der Angestellten verfügen über eine hohe emotionale Bindung an ihren Arbeitgeber und sind bereit, sich freiwillig für dessen Ziele einzusetzen. Dies ist das Ergebnis des Gallup Engagement Index 2011, den das Beratungsunternehmen am 20. März in Berlin vorgestellt hat.
Zufriedenheit ist nicht gleich emotionale Bindung
Neun von zehn Angestellten in Deutschland (92 Prozent) sind mit der Arbeit, die sie ausführen, zufrieden. Für die Mehrheit der Beschäftigten (58 Prozent) steht die Vergütung in einem adäquaten Verhältnis zu ihrer Leistung. „Diese Zahlen zeigen ganz eindeutig, dass die Gründe für eine mangelnde emotionale Bindung nicht in den Rahmenbedingungen des Arbeitsverhältnisses liegen. Führungskräfte sind diejenigen, die in der Verantwortung stehen, da sie es sind, die das Arbeitsumfeld durch ihr Führungsverhalten prägen und gestalten“, sagt Marco Nink, Strategic Consultant bei Gallup.
Hohe Folgekosten für Volkswirtschaft und Unternehmen
Die emotionale Mitarbeiterbindung verharrt seit Jahren auf niedrigem Niveau. „Die Folgen, sowohl für die Leistungsfähigkeit der einzelnen Unternehmen als auch für die gesamte Volkswirtschaft, sind erheblich“, so Marco Nink. Denn wer sich nicht emotional an sein Unternehmen gebunden fühlt, zeigt weniger Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein und Leistungsbereitschaft. So verbuchten im vergangen Jahr Beschäftigte ohne emotionale Bindung im Schnitt 3,5 Fehltage mehr als emotional hoch gebundene Mitarbeiter. Diese Fehltage kosten die deutsche Wirtschaft 10,5 Milliarden Euro im Jahr. Der aufgrund von innerer Kündigung entstehende gesamtvolkswirtschaftliche Schaden ist erheblich. Er beläuft sich jährlich auf eine Summe zwischen 122,3 und 124,0 Milliarden Euro.
Direkte Vorgesetzte häufig Grund für geringe Bindung der Mitarbeiter
Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt, dass äußere Faktoren, wie eine Verschlechterung oder Verbesserung der Konjunktur, nicht zu nennenswerten Verschiebungen zwischen den drei Bindungsgruppen führten. Marco Nink: „Vielmehr sind die Ursachen für den relativ geringen Anteil emotional hoch gebundener Arbeitnehmer in Deutschland hausgemacht und gehen auf Defizite in der Personalführung zurück.“ Der Aussage „Ich habe in den letzten sieben Tagen für gute Arbeit Anerkennung und Lob bekommen“ stimmten nur vier Prozent der Mitarbeiter ohne emotionale Bindung uneingeschränkt zu. Bei den emotional hoch gebundenen Arbeitnehmern lag dieser Wert bei 79 Prozent. Ähnlich verhält es sich, wenn es um konstruktives Feedback geht (2 Prozent zu 75 Prozent).
Des Weiteren gaben nur fünf Prozent der Beschäftigten ohne emotionale Bindung an, dass sich jemand bei der Arbeit für sie als Mensch interessiert (emotional hoch Gebundene: 93 Prozent). Nur ein Prozent der Mitarbeiter ohne emotionale Bindung erklärt, dass es jemandem im Unternehmen gibt, der die persönliche Entwicklung fördert (emotional hoch Gebundene: 87 Prozent). Nur drei Prozent der emotional nicht gebundenen Mitarbeiter mochten der Aussage uneingeschränkt zustimmen, ihre Meinungen und Ansichten hätten im Unternehmen Gewicht. In der Gruppe der emotional hoch Gebundenen stimmten 93 Prozent ohne Wenn und Aber zu.
Marco Nink dazu: „Es wird deutlich, welchen Einfluss das Führungsverhalten, also die Erfüllung der elementaren Bedürfnisse und Erwartungen am Arbeitsplatz, auf die Verbundenheit der Mitarbeiter hat. Gute Führung orientiert sich am Menschen. In jedem Unternehmen lassen sich durch geeignete Maßnahmen Verbesserungen erzielen, denn der Grad der emotionalen Bindung ist unabhängig vom Ausgangsniveau veränderbar. Unternehmen dürfen ihr Humankapital nicht vernachlässigen und müssen dem Führungsverhalten größere Bedeutung beimessen. Der Erfolg eines Unternehmens hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dabei wird ein Aspekt oft übersehen: Die Mitarbeiter!“
Über den Engagement Index Deutschland
Seit dem Jahr 2001 erstellt Gallup jährlich, anhand von zwölf Fragen zum Arbeitsplatz und – umfeld, den sogenannten Q12®, den Engagement Index für Deutschland. Die Studie gibt Auskunft darüber, wie hoch der Grad der emotionalen Bindung von Mitarbeitern und damit das Engagement und die Motivation bei der Arbeit ist. Für die jüngste Untersuchung wurden 1.323 zufällig ausgewählte Arbeitnehmer ab 18 Jahren von Oktober bis Dezember 2011 telefonisch interviewt. Damit sind die Ergebnisse repräsentativ für die Arbeitnehmerschaft in Deutschland.
Über Gallup
Gallup Deutschland ist ein forschungsbasiertes Beratungsunternehmen und Spezialist für die Schnittstelle zwischen Ökonomie und Psychologie. Gallup berät Unternehmen u.a. im Bereich der Verhaltensökonomie und entwickelt zukunftssichernde Strategien. Mit seinen wissenschaftlich fundierten Werkzeugen und seiner branchenübergreifenden Expertise trägt Gallup maßgeblich zum organischen Wachstum von Unternehmen bei.
Ausführliche Informationen zum Gallup Engagement Index 2011 erhalten Sie unter:
http://eu.gallup.com/Berlin/153299/Praesentation-Gallup-Engagement-Index-2011.aspx
17. Januar 2012
Nur glückliche Manager sind gute Manager
Wer glücklich ist, leistet bessere Arbeit und steckt zudem seine Mitarbeiter an. Kein Wunder, dass Unternehmen mit zufriedenen Mitarbeitern besser abschneiden als der Rest. Damit schlägt die Stunde für eine neue Management-Disziplin: Glücklich sein! Das ist durchaus ernst gemeint und auch umsetzbar, wie der Ex-Manager und Bestsellerautor Werner Schwanfelder in seinem neuen Buch “Der glückliche Manager” zeigt. Einzige Voraussetzung ist es, Routinen zu durchbrechen und Zeit zu reservieren, um sich um die wirklich wichtigen Dinge im Leben zu kümmern.
Glück lässt sich nicht in den Feierabend delegieren
Dass sich Bücher zum Thema Glück seit Jahren auf den Bestsellerlisten ganz oben wiederfinden, hat wohl einen einfachen Grund. Die Menschen merken, dass Geld und Erfolg nicht alles sind. Und vielleicht geht es auch darum, in einem wirtschaftlich stagnierenden oder rückläufigen Umfeld auf andere Pferde zu setzen. Da ist es nur konsequent, das Thema auch dahin zu tragen, wo es wirklich einen Nerv trifft – in die Unternehmen und in den Arbeitsalltag. Denn wer da nicht glücklich wird, hat auch in den anderen Lebensbereichen schlechte Karten. Glück ist schließlich keine Feierabend-Disziplin. Sondern Resultat gelungener Momente im Leben. Oder gar eines gelungenen Lebens.
Kein Neuland, aber neue Blickwinkel
Schwanfelder betritt in “Der glückliche Manager” kein Neuland. Schließlich wurde in der letzten Zeit über kaum ein Thema so viel geschrieben, wie über das “Glücklich sein”. Aber weil er sich an Manager richtet, kann er wohl zu Recht davon ausgehen, dass er nicht auf allzu viel Vorwissen hoffen darf. Deshalb ist das Buch der vorsichtige Versuch, Manager und leitende Angestellte zu einem anderen Blick auf das Leben und die Arbeit zu verführen. Das schafft Schwanfelder mit vielen Geschichten und Anekdoten über das Glück. Und indem er gute Fragen stellt. Um auch die rational gestrickten Leser zu erreichen, spickt er sein Buch mit Studien und wissenschaftlichen Befunden, die zeigen, dass der Zusammenhang von Glück und Erfolg nicht von ungefähr kommt.
Glück und Erfolg sind zwei Seiten einer Medaille
“Der glückliche Manager” ist auch eine Art Bilanz des Asienkenners und erfahrenen Managers Werner Schwanfelder. In mehreren Büchern hat er bereits die asiatische Philosophie für das Managementdenken fruchtbar gemacht. Jetzt, zum Abschluss seiner Managerkarriere, versucht er zu ergründen, worum es letztendlich geht. Nicht um Kennzahlen, nicht um Umsatzziele, sondern darum, zu leben. Und zwar nicht erst im Ruhestand, sondern mitten im Berufsleben, Tag für Tag. Managementbuch.de – Fazit: Ein persönliches Buch eines gestandenen Managers. Und eine gute Anleitung für Manager, ein Betriebsklima zu schaffen, in dem Mitarbeiter und Manager Glück und Erfolg als zwei Seiten einer Medaille erkennen.
Wolfgang Hanfstein, www.Managementbuch.de
Link zum Originaltext
10. Dezember 2011
Sind Sie glücklich?
Eigentlich müssten Sie glücklich oder zumindest sehr zufrieden sein, wenn Ihr Unternehmen erfolgreich ist. Dazu möchte ich Ihnen gratulieren.
Ich bin dieser Frage in meinem Buch „Der glückliche Manager“ nachgegangen. Mein These ist: Glückliche Manager „machen“ erfolgreiche Unternehmen. Diese Botschaft ergibt sich aus meiner Erfahrung als ein Manager, der in vielen Regionen dieser Welt gearbeitet hat. Sie ist mir sehr wichtig. Ich gebe diese Einsicht in meinem Buch, in Vorträgen und Lesungen weiter.
Ich weiß natürlich nicht, ob Sie in Ihrem Haus Weihnachtsgeschenke an Mitarbeiter und/oder Kunden verteilen. Wenn Sie den „glücklichen Manager“ verschenken, geben Sie gleichzeitig Einsichten, Wissen und Tipps weiter, wie man als Manager für sich sorgen und gleichzeitig seinem Unternehmen kreative Impulse vermitteln kann.
Daraus wird ein Geschenk mit großer Wirkung.
Ich würde mich selbstverständlich freuen, wenn Sie mein Buch in Ihrem Unternehmen und bei Ihren Kunden weiterempfehlen könnten.
Sollten Sie Bedarf an Vorträgen/Lesungen zu diesem Thema haben, können Sie mich gerne ansprechen.
Wünschen Sie ein Ansichtsexemplar des Buches, so kann ich Ihnen das gerne über den Verlag zukommen lassen. Es genügt eine Mail an mich.
Mein Buch bekommen Sie natürlich in allen Buchhandlungen. Wenn Sie größere Mengen benötigen, würde ich mich freuen, wenn Sie diese über mich bestellen könnten.
Ich wünsche Ihnen eine „glückliche“ Zeit.
Werner Schwanfelder
9. Oktober 2011
Vers 1
Ich gehe die Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren…Ich bin ohne Hoffnung.
Es dauert endlos bis ich wieder herauskomme.
Vers 2
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich tue so, als sähe ich es nicht.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange bis ich wieder herauskomme.
Vers 3
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich sehe es.
Ich falle immer noch hinein … aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine eigene Schuld.
Ich komme sofort heraus.
Vers 4
Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.
Ich gehe darum herum.
Vers 5
Ich gehe eine andere Straße.