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Mein Kommentar: Berlin kurfürstlich

(2017) Der Kurfürstendamm hat etwas mit Franken zu tun – darauf bin ich stolz – weil er um 1542 als Dammweg und Reitweg vom Berliner Stadtschloss zum Jagdschloss Grunewald für den Kurfürsten Joachim II. angelegt wurde. Und der war aus dem Hause Hohenzollern, also Franke. Mehr oder weniger jedenfalls.

Seinen Namen kennt man erst seit 1767: Churfürsten Damm. Die Idee aus dem Reitweg eine Prachtstraße zu schaffen kam von Otto von Bismarck und lässt sich auf den 5. Februar 1873 datieren.

Die Idee Bismarcks wurde aufgegriffen und man plante eine 25 Meter breite befestigte Straße. Aber Bismarck erreichte durch einen Einspruch, dass die Straßenbreite auf 53 Meter festgelegt wurde. Nicht kleckern, sondern klotzen.

Der 5. Mai 1886 gilt als der offizielle Geburtstag des Boulevard Kurfürstendamm. In den 1880er Jahren entwickelte sich die Straße zu einer bevorzugten Wohnlage. Bis zum Ersten Weltkrieg mutierte der Kurfürstendamm von einer vornehmen Wohnstraße des Neuen Westens zum Vergnügungs-, Kauf- und kulturellen Kommunikationszentrum. Nicht kleckern, sondern klotzen, hieß die Devise. Der Kurfürstendamm stand für die intellektuelle Regsamkeit, internationale Verständigung, künstlerische Kreativität, Provokation, Freizügigkeit, Kommerz, Geist und Kultur der Berliner. Mit Vertreibung und Ermordung der Juden zerstörte man dies; viele eben dieser Juden hatten gerade in die Häuser an dieser Straße investiert. Im Zweiten Weltkrieg kam die Rache in Form von brutaler Zerstörung. Dann aber erfolgte mit Tatkraft der Wiederaufbau. Der Kurfürstendamm wurde in der Zeit des Kalten Krieges zum Schaufenster des Westens und Symbol für das Wirtschaftswunder.

Auf dem Kudamm wurde demonstriert und protestiert. Die 68er-Bewegung dominierte auf der Straße. Als die Mauer fiel strömten die Ostdeutschen als erstes auf den Kudamm.

Doch heute hat die Bedeutung abgenommen, das Flair ging verloren. Städtebaulicher Mittelpunkt wurde eher der Potsdamer Platz.

Doch immer noch gilt: Man hat Berlin nicht gesehen, wenn man nicht am Kurfürstendamm war. Er gehört zu den berühmtesten Straßen der Welt und ist die Lebensader der City-West und Bummelmeile Nummer eins in Berlin: Der 3,5 Kilometer lange Boulevard Kurfürstendamm zwischen Breitscheidplatz und Halensee.

Auf den breiten Gehwegen flaniert man entlang eleganter Schaufenster oder lässt sich in einem der zahlreichen Cafés nieder. An der Ecke Joachimsthaler Straße ist Berlin ganz Welt-Metropole, rund um die Gedächtniskirche reihen sich große Warenhäuser und Modegeschäfte, Richtung Olivaer Platz zeigen bekannte Nobel-Marken ihr exklusives Angebot.

Auch ich wandle gerne auf dem Kudamm, doch man erkennt unschwer, dass die Besucherzahlen zurückgegangen sind. Die vornehmen Läden bestehen noch immer, man sieht kaum Menschen, diese Läden betreten. Die vornehmen Fassaden bleiben, die herrlichen Einlässe. Aber in den Häusern finden sich häufiger Büros. Es wohnen nicht mehr so viele Menschen unter dieser Adresse. Viele Hotels stehen an dieser Straße. Manche meinen zu viele. Mit Sonderangeboten kämpfen sie um ihre Kunden. Wir profitieren.

Bisher haben wir bei jedem Besuch dem Kudamm die Treue gehalten. Zumindest ein kurzer Spaziergang auf dieser ehrwürdigen, historischen Straße muss sein. Unter dem dichten Blätterdach dahinwandeln, die Auslagen bewundern, die Häuser bestaunen. Vielleicht einen Kaffee trinken. Oder eine Berliner Weiße.

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