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Mein Kommentar: Vientiane, die Ruhende

(2014) Eine Stadt der Tempel, eine Stadt des Müßiggangs, eine Stadt der Ruhe. Alles bewegt sich, aber in ruhigen, unaufgeregten Bahnen.

Um die Stadt von der gleichnamigen Präfektur und der Provinz zu unterscheiden, lautet der offizielle Name Vientiane Capital. „Capital“ klingt irgendwie anspruchsvoll. Gar nicht mehr so ruhig. Aber das ist wohl eine Täuschung. So ist Vientiane sowohl in wirtschaftlicher, wie auch in politischer und kultureller Hinsicht das Zentrum von Laos. Das heißt aber nicht besonders viel. Lediglich 350000 Einwohner hat die Stadt, im Großraum könnten doppelt so viele leben.

Vientiane war schon um das Jahr 1000 unserer Zeitrechnung besiedelt. Und schon 1520 wurde es zur Hauptstadt des Königreichs Lane Xang, was so viel heißt wie „eine Million Elefanten“. Die Geschichte macht nicht immer glücklich: Die Siamesen verwüsteten die Stadt 1828 und erst die Franzosen machten Vientiane wieder zur Hauptstadt ihres Protektorates Laos (Ende des 19. Jahrhunderts). Hauptstadt ist sie seither geblieben, und immer noch bekommt man köstliche Baguette, quasi als Erinnerung an die Franzosen. Hauptstadt blieb Vientiane – auch nach der Unabhängigkeit 1953 und nach der Machtübernahme durch die Kommunisten 1975.

Sie ist keine hektische Hauptstadt, wie in den anderen südostasiatischen Ländern, sie kokettiert eher mit den Insignien eines Provinzstädtchens. Und genau diese besondere Atmosphäre macht den Ort für viele so anziehend. Zu sehen gibt es, außer Tempeln zum Teil schön renovierte Bauten aus der französischen Kolonialzeit. Sonst keine Highlights. Man muss also nicht planvoll besichtigen, kann in den Tempeln verweilen und dem Alltag zusehen, kann mit Lust durch die Stadt streunen, selbst ohne Ziel und Stadtplan. Sich überraschen lassen. Abends bei einem kühlen Bier am Flussufer entspannen und mit Genuss dinieren. Was das Herz begehrt. Für Europäer eher billig. Geschmacklich delikat. Die Bedienung charmant.

Aber man muss auch wissen, Leid gibt es noch immer. Viele Sprengsätze birgt die Erde, immer noch, aus einem verdrängten Krieg. Wenn man darauf tritt, – und das sind meistens die Kinder -, explodieren die Gliedmaßen. Ist der Krieg wieder erwacht.

Die Menschen bleiben fröhlich. Wir und sie versammeln uns am Abend am Ufer des großen Flusses, genießen in aller Muße den Sonnenuntergang über dem Mekong.

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