Kiew, Hauptstadt der Ukraine, eine offene Stadt und eine ruhige Stadt. Sie wird oder wurde auch bezeichnet als „Mutter aller russischen Städte“. Das will die Stadt heute nicht mehr sein. Außerdem ist sie Zentrum der orthodoxen Christenheit und trägt daher einen weiteren Beinamen: „Jerusalem des Ostens“.

Sie liegt zu beiden Seiten des breiten Dnepr, der zum Schwarzen Meer fließt.

Blütezeit war das 9. bis 11. Jahrhundert. Da wurden die Heiden orthodox. Ein Jaroslaw der Weise ließ Kirchen und Klöster bauen und förderte die Kultur.

Im 12. Jahrhundert lebten etwa 50.000 Einwohner in Kiew und die Stadt war eine der größten in Europa.

Dann ging es abwärts. Eine mongolische Invasion 1240 zerstörte jegliche Entwicklung. Erst als die Stadt 1654 russisch wurde gab es neue, orthodoxe Impulse. Die Stadt erhielt damals ihr heutiges Aussehen. Die Sophienkathedrale, die Andreaskirche und das St. Michaelskloster und viele andere Gebäude wurden im ukrainischen Barock gestaltet. Als erste Stadt des Russischen Reiches erhielt Kiew 1892 eine elektrische Straßenbahn. Nach dem Moskauer Vorbild entstand später die Kiewer Metro.

Seit 1991 ist Kiew Hauptstadt der unabhängigen Ukraine und öffnet sich dem Westen. Mit Russland möchte man nichts zu tun haben.

In der Altstadt wirkt sie feudal. Prächtige Bauten aus dem 19. Jahrhundert prägen sie. Großbürgertum, könnte man vermuten. Man kann sich ergötzen an den breiten Boulevards. Am Sonntagabend wird tatsächlich die Hauptstraße gesperrt, damit die Menschen spazieren gehen können. Aber mehr passiert auch nicht. Die Bürger leben in den Vorstädten. Die sind geprägt vom sowjetischen Ideal, von Plattenbauten. Teilweise ziemlich heruntergekommen. Die Metro verbindet beide Welten und viele Menschen fahren hin und her.

Kiew ist eine Stadt mit viel Hoffnung. Die Vergangenheit bewahren, alles Sowjetische vergessen und in die Zukunft blicken.

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